Am 4. Oktober 2026 haben wir in der festlich und mit vielen gespendeten Gaben geschmückten Dreifaltigkeitskirche Erntedankgottesdienst mit Abendmahl gefeiert. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Frau Fink (Orgel) und Frau Simenec (Gesang) begleitet.
Das zentrale Thema der Predigt von Pfarrer Peter Gürth sind die beidrn Speisungserzählungen im Markusevangelium im 8. Kapitel, die fast identisch sind und deshalb oft fälschlicherweise für ein Versehen oder einen Fehler gehalten werden, da einmal erzählt wird, dass Jesus auf der jüdischen Seite in Galiläa die hungernden Menschen mit Brot und Fisch versorgt und es für alle reicht und an anderer Stelle Jesus Brot und Fisch genau auf der anderen, der hellinistischen Seite, der Seite der Heiden, vermehrt und wie durch ein Wunder alle satt werden. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich hier nicht um eine versehentliche Dopplung der Geschichte, sondern eine bewusst literarische und theologische Dublette, mit der der Evangelist deutlich machen will, dass das Brot und der Reichtum Gottes für alle gleichermaßen bestimmt ist. Jesus fügt die beiden Teile - auf der einen Seite die Juden und auf der anderen Seite die Heiden - zu einer Gemeinschaft zusammen, wo es eigentlich keine Gemeinschaft gibt. Und er speist viele mit wenig.
Die Predigt endet mit einer kleinen Anekdote um Anthony Bloom, der später Bischof wurde. Anthony Bloom ist mit Freunden unterwegs und sie haben schon lange nichts mehr gegessen. Sie fragen bei einem Bauern nach Essen und erhalten gerade mal 3 Gurken. Anthony Bloom ist enttäuscht und sauer, denn wie soll man von 3 Gurken satt werden? Soll das wirklich alles sein? Doch sein Freund schlägt vor, ein ehrliches Dankgebet zu sprechen. Zunächst widerstrebt ihm das, doch er lässt sich drauf ein und nach dem Essen muss er zugeben, dass das die beste Gurke war, die er je gegessen hat und er dadurch erstaunlicherweise satt wurde.
Dies ist auch das Geheimnis des Tischgebets: Gott macht aus Mangel Reichtum.
Besonders an Erntedank wollen wir Danke sagen dafür, dass wir Leben dürfen, dass wir frei sind, genug zu Essen haben und dass wir Menschen um uns haben, die uns ertragen und wir ertragen dürfen.
Gott kann menschliche Not in Fülle verwandeln. Wir empfangen und geben weiter. Alles ist letztlich ein Geschenk und die Antwort darauf ist Dankbarkeit und Teilen.
Wir wünschen ein gesegnetes Erntedankfest und danken für die vielen Spenden!
